Schwarz und Braun

Der Schritt von Google, rassistische Vorurteile in seinem Kameraalgorithmus zu korrigieren, ist dringend erforderlich und längst überfällig

Am Dienstag kündigte Google auf seiner I/O 2021-Veranstaltung an, die Kameras seiner nächsten Smartphones empfindlicher für verschiedene Hauttöne zu machen. Dies ist ein willkommener Schritt.

In den 60er und 70er Jahren erhielt Kodak, damals der führende Hersteller von Fotoausrüstung in den USA, zahlreiche Beschwerden von Schokoladen- und Möbelherstellern, dass seine Bilder nicht die richtigen Brauntöne ihrer Produkte einfangen. Kodak hat das Problem bis zu einem gewissen Grad behoben, was denjenigen zugute kam, die wollten, dass die satten, vielfältigen Töne ihrer schwarzen und/oder braunen Haut auf Fotos sowohl schön als auch genau aussehen. Am Dienstag kündigte Google auf seiner I/O 2021-Veranstaltung an, die Kameras seiner nächsten Smartphones empfindlicher für verschiedene Hauttöne zu machen. Dies ist ein willkommener Schritt.

Viel zu lange war helle Haut die Grundlage dafür, was auf einem Foto gut aussieht. Wenn Fotografen die berüchtigte Shirley Card von Kodak aus den 50er Jahren nicht mehr verwenden – mit einem elfenbeinfarbenen Modell, dem Standard, an dem die Bildqualität gemessen wurde –, löschen Smartphone-Kameras jetzt automatisch alle Fehler, einschließlich des aufhellenden Hauttons. Diese rassistische Voreingenommenheit ist sichtbar und hat Auswirkungen, fast überall, wo die Kamera eine Rolle spielt – von den Seiten internationaler Modemagazine über den Hautpflegemarkt bis hin zu Studios, die von Brautfotoshootings leben. Es ist dort vor der Filmkamera. In einem Interview aus dem Jahr 2013 sorgte die Filmemacherin Ava DuVernay für Wellen, als sie darauf hinwies, dass die in Filmen verwendete Standardbeleuchtung der hellen Haut schmeichelt.

Fotografen – und Models –, die Hauttöne lieber so einfangen möchten, wie sie sind, anstatt sie zu einer einheitlichen Blässe zu glätten, mussten dies tun, indem sie in der Postproduktionsphase ständig Weißabgleich, Belichtung und Beleuchtung oder Farbkorrekturen anpassen. Es sollte nicht so schwer sein, das Natürliche und Schöne einzufangen. Die Entscheidung von Google, seinen Algorithmus für die computergestützte Fotografie zu korrigieren, ist ein überfälliger Schritt in die richtige Richtung.