Budget-Hinweise

Indien hat seine bisher höchsten Devisenreserven angehäuft. Darauf muss die Regierung aufbauen

Indiens Devisenreserven haben ein Allzeithoch von 322,14 Milliarden US-Dollar erreicht, auch wenn sich sein Leistungsbilanzsaldo in diesem Quartal ins Positive zu drehen scheint und die Rupie zu den wenigen Währungen gehört, die gegenüber dem Dollar stärker werden. Um diese Entwicklungen einzuschätzen, muss man nur bis Ende August 2013 zurückspulen, als die Reserven auf 275,5 Milliarden Dollar aufgebraucht waren, die Rupie auf 68,8 Dollar pro Dollar gefallen war und in den vorangegangenen vier Quartalen durchschnittliche Leistungsbilanzdefizite von jeweils über 23 Milliarden Dollar verzeichnet wurden. Das letzte Mal, dass Indien einen Leistungsbilanzüberschuss verzeichnete, war von Januar bis März 2007.

Ob wir nun wieder in eine Phase der Leistungsbilanzüberschüsse eintreten oder nicht, eines ist klar: Die Rupie und die Defizite machen nicht mehr die Sorgen wie vor nicht allzu langer Zeit. Das Problem umfasste dann die externe wie auch die interne Kaufkraft der Rupie dank einer zweistelligen Inflation. Die RBI war aufgrund der hohen Inflation im Inland gezwungen, die Zinsen anzuheben und Spekulanten daran zu hindern, die Rupie leerzuverkaufen. Aber heute, da die Verbraucherpreisinflation auf rund 5 Prozent zurückgeht und die offiziellen Devisenreserven aufgestockt werden, um spekulative Angriffe auf die Rupie zu vereiteln, hat die RBI Spielraum, die Zinsen zu senken.

Die obige Trendwende ist natürlich in erster Linie den globalen Rohölpreisen geschuldet. Ein Rückgang von fast 60 Prozent in den letzten acht Monaten führt zu jährlichen Deviseneinsparungen von über 80 Milliarden US-Dollar. Die niedrigen Ölpreise sind auch der Hauptgrund für den derzeit zunehmenden disinflationären Druck. Diese positive Kombination – eine starke Rupie, Zahlungsbilanzstabilität und niedrige Inflation – ist eine Chance, die die gegenwärtige Regierung nutzen muss. Der gerade beendete Besuch des US-Präsidenten, der IWF, der davon ausgeht, dass Indiens Wachstumsraten in den nächsten Jahren China überholen werden, ein erfolgreicher Gipfel in Vibrant Gujarat und die makroökonomische und politische Stabilität haben alle dazu beigetragen, das wirtschaftliche Profil des Landes erheblich zu verbessern. Die globale Investorengemeinschaft betrachtet Indien erneut als Wirtschaftsstandort. Der Haushalt sollte dieses Vertrauen stärken, indem er das Engagement der Regierung für Wachstum, Reformen, Haushaltskonsolidierung und ein stabiles und vorhersehbares Steuersystem verdoppelt.