Cover Girl

Halima Aden ist das erste muslimische Model, das in der „Sports Illustrated“-Badeanzug-Ausgabe erscheint und sowohl Hijab als auch Burkini trägt.

Halima Aden, Halima Aden Burkini, Halima Aden Hijab Burkini Foto, Halima Aden Magazin Foto Burkini, Halima Aden Model, Model Halima Aden, Express Editorial,Aden, geboren im Kakuma-Camp, ist bereits ein weltweit anerkanntes Vorbild. Bemerkenswert ist die Bedeutung ihrer Kleiderwahl und die Beharrlichkeit, mit der sie sich daran gehalten hat.

In Swahili bedeutet Kakuma nirgendwo. Es ist auch der Name einer kleinen ostafrikanischen Stadt in Kenia, in der man auf das Flüchtlingslager Kakuma stoßen kann. Dieser Ort und das Lager, die Heimat von Tausenden von Flüchtlingen, sind jetzt in die Umlaufbahn internationaler Anerkennung und Berühmtheit gebracht worden. Und die Frau, die diese Reise eines Volkes und seiner Geschichte aus dem Nichts zu einem großen Ort mitgestaltet hat, ist Halima Aden, das erste muslimische Model, das in der Swimsuit-Ausgabe des Magazins Sports Illustrated erscheint und einen Hijab und einen Burkini trägt.

Aden, geboren im Kakuma-Camp, ist bereits ein weltweit anerkanntes Vorbild. Bemerkenswert ist die Bedeutung ihrer Kleiderwahl und die Beharrlichkeit, mit der sie sich daran gehalten hat. Hijabs, Burkinis oder andere Kleidungsstücke, bei denen der Kopf oder Teile des weiblichen Körpers bedeckt sind – etwas, das nach Ansicht vieler religiöser Autoritäten den Vorstellungen von Bescheidenheit im Islam entspricht – waren in vielen Ländern nicht die beliebteste Kleiderordnung. Der Niqab (Vollschleier, der das Gesicht bedeckt) ist beispielsweise in Frankreich und Belgien, Österreich und Dänemark verboten. Nach den Bombenanschlägen am Ostersonntag hat auch Sri Lanka den Niqab verboten. Im Kontext einer so stetigen Abschnürung persönlicher Wertesysteme, selbst in demokratischen Räumen, erscheint dieser Schritt von Sports Illustrated außergewöhnlich. In der schillernden Welt des internationalen Modelns wird der Schmutz von Rassismus und Stereotypen bestenfalls oft ignoriert. Durch die Platzierung von Aden auf dem Cover hat das Magazin einen Schritt in Richtung Normalisierung eines Bildes getan, das unsere Gesellschaft – gebeutelt von negativen kulturellen Vorurteilen – als konservativ und sogar regressiv empfindet.

Dass SI in einer Marktwirtschaft operiert, die vom Geschäftssinn und nicht nur von einem moralischen Kompass angetrieben wird, muss erwähnt werden. Schließlich ist muslimische Mode eine Milliardenindustrie. Doch in einer Welt, in der nichts – nicht einmal das Geld – genug Anreiz zu sein scheint, die kulturelle Andersartigkeit zu übertrumpfen, könnte eine Modestrecke vielleicht ein Augenöffner sein.