Nicht als selbstverständlich ansehen

Als der bevorstehende Besuch von Premierminister Manmohan Singh in Dhaka letzte Woche im Kabinettsausschuss für politische Angelegenheiten diskutiert wurde.

Nicht als selbstverständlich ansehen

Als der bevorstehende Besuch von Premierminister Manmohan Singh in Dhaka letzte Woche im Kabinettsausschuss für politische Angelegenheiten diskutiert wurde, warf Trinamools Minister Dinesh Trivedi einen Strich durch die Rechnung. Er sagte, seine Partei sei nicht dafür, ein Abkommen mit Bangladesch über die gemeinsame Nutzung der Teesta-Gewässer zu unterzeichnen. Pranab Mukherjee war sichtlich erregt und protestierte, dass in diesem Fall der Besuch des Premierministers in Bangladesch abgesagt werden müsste. Trivedi schlug der Regierung vor, direkt mit seiner Führerin Mamata Banerjee zu sprechen. Der nationale Sicherheitsberater Shivshankar Menon flog zusammen mit einem Beamten des Wasserressourcenministeriums in aller Eile nach Kalkutta. Banerjee erklärte, dass sie nicht per se gegen den Vertrag sei, sondern eine gute Freundin von Sheikh Haseena und ihrem Land sei, aber die Interessen Nordbengalens müssten geschützt werden. Menon gelang es, die zerzausten Federn von Banerjee zu glätten, insbesondere nachdem sie darauf hingewiesen hatte, dass der Kongress die Zustimmung der vorherigen CPI(M)-Regierung nicht als selbstverständlich angesehen hätte.

Ratespiel im Kongress



Die Kongressmitglieder sind neugierig, auf wen sich der Kongressabgeordnete Praveen Singh Aron genau bezog, als er einigen in seiner eigenen Partei vorwarf, die Verhandlungen mit Anna Hazare absichtlich zu sabotieren, weil sie sich von Rahul Gandhis wachsender Popularität bedroht fühlten. Die andere Frage ist: Handelte der erstmalige Abgeordnete ganz allein?

In seinem Brief an Rahul Gandhi warf Aron vor, dass ein sehr kleiner Teil der Kongressführer willentlich oder unwissentlich den Anti-Rahul-Kräften in die Hände gespielt haben könnte, indem sie die heikle Angelegenheit falsch gehandhabt haben, während Gandhi und seine Mutter weg waren. Er wollte, dass seine Anschuldigungen von einem speziellen Gremium hochrangiger Kongressführer untersucht werden. Aron, der Salman Khurshid nahesteht, fragte sich, warum die Hazare-Krise rein technisch behandelt wurde, obwohl ein erfahrener Minister wie Kapil Sibal gesagt hatte, Hazares Kampagne sei nicht unschuldig, sondern habe Hintergedanken.

Zungengebundener Akhtar

Obwohl er letztes Jahr zum Abgeordneten von Rajya Sabha ernannt wurde und einer der wortgewandteren Abgeordneten ist, hat der Lyriker Javed Akhtar seine Jungfernrede im Haus noch nicht gehalten. Akhtar hält sein Pulver trocken, weil er ausführlich über sein Lieblingsprojekt sprechen möchte, ein vorgeschlagenes Urheberrechtsgesetz. Der Gesetzentwurf würde die vorherrschende Praxis in der Filmindustrie beenden, bei der Texter, Sänger und Musiker eine einmalige Gebühr erhalten, anstatt regelmäßige Lizenzgebühren auf der Grundlage des Umsatzes zu erhalten. Der Vorteil einer Jungfernrede besteht darin, dass Sie ohne Unterbrechung beliebig lange aushalten können. Obwohl der Texter die Unterstützung für den Gesetzentwurf von allen politischen Parteien gebunden hat, muss er noch in das Haus eingebracht werden. Noch einmal, es ist unwahrscheinlich, dass es in der Monsun-Sitzung aufgenommen wird, trotz Akhtars größter Bemühungen.

Verschwinden

Rahul Gandhi verlas während der Stunde Null in der Lok Sabha am 26. August eine Rede zum Lokpal-Gesetz. Er verwarf die Debatte mit dem Vorschlag, den Lokpal zu einem Verfassungsorgan zu machen. Seltsamerweise fehlte Gandhi am nächsten Tag, als die eigentliche Diskussion über den Lokpal stattfand, im Haus. Laut Kongressquellen war Gandhi in die USA abgereist, um seine Mutter zurückzubringen. Aber tatsächlich flog Gandhi am Tag nach der Lokpal-Debatte in die USA. Die Hazare-Kampagne hat dem Kongress aufgrund der großen Zahl junger Menschen, die sich der Bewegung angeschlossen haben, einen Schock versetzt. Der Kongress war immer zuversichtlich, dass Gandhi bei den nächsten Parlamentswahlen die Jugendwahl für die Partei gewinnen würde.

Großer Fehltritt

Der Abgeordnete Sandeep Dikshit aus Delhi war einer der ersten Redner während der Diskussion über das Lokpal-Gesetz. Dikshit, der mit einigen Beratern von Hazare befreundet ist, konzentrierte sich auf die Merkmale des Gesetzentwurfs und führte zu einer Annäherung zwischen Regierung und Aktivisten. Er war so hingerissen, dass er die Kardinalregel seiner Partei vergaß. Er erwähnte Rahul Gandhi und seine Rede auf dem Lokpal vom Vortag nicht. Das Oberkommando des Kongresses war so verärgert über Dikshits Fehltritt, dass es die Rednerliste so änderte, dass Anand Sharma, der in der Rajya Sabha sprechen sollte, stattdessen in der Lok Sabha eingesetzt wurde. Sharma sorgte dafür, dass dem Gandhi-Spross gebührende Anerkennung zuteil wurde.